| 2010 Juli "T&T for family" - Familie Schubert |
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Warum Karibik im Sommer? Bedeutet dies nicht Regen- und Hurrikansaison? Trinidad und Tobago als südlichste Inseln der Karibik, vor der Küste von Venezuela, sind von Wirbelstürmen nicht betroffen und ganzjährig zu bereisen. Auch die kurzen, manchmal sehr heftigen Regenschauer sind nur eine kurze Unterbrechung des sonnig-tropischen Klimas. Mit Condor sind wir direkt und unkompliziert innerhalb von 9 Stunden nach Tobago geflogen und von dort mit einer Propellermaschine der Caribbean-Airlines in 20 Minuten nach Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad, gelangt. Am Flughafen wurden wir herzlich von unserem Guide und Gastgeber Matthew William begrüßt und mit seinem Bus nach Arima gebracht. Wir hatten ein vielfältiges Programm um Land und Leute kennen zu lernen. Wir sind durch den Regenwald gewandert und haben in natürlichen Pools gebadet, sind auf den Markt gegangen, um für ein gemeinsames kreolisches Essen einzukaufen, waren in einer geheimnisvollen Tropfsteinhöhle, am Hindutempel, und konnten in einer traditionellen Töpferei selbst unsere Künste versuchen. Trinidad besitzt überraschend schöne, fast menschenleere Strände fast ohne Hotel- oder Appartmentanlagen. An der Atlantikküste sollte man aber die Warnungen vor Unterströmungen beachten, die meisten Strände besitzen auch eine Badeaufsicht. Nach einigen Tagen hatten wir uns dem langsamen Lebensrhythmus angepasst und konnten auch das "liming" genießen. Dies bedeutet gemeinsames Entspannen mit Familie und Freunden in der Natur, bei Musik, Kochen und viel Rum. Besonders zugesagt hat uns dabei die Variante mit Limetten, braunem Zuckersirup und Gewürzen in Form von Rumpunch. Während man auf den engen und kurvigen Straßen im Regenwald mit vielen Schlaglöchern kaum ein Auto trifft, ist der Verkehr um die Hauptstadt Port of Spain immer kurz vor dem Kollaps. Wir waren froh, dass uns Matthew in seinem Minibus sicher und entspannt an unsere Ziele brachte. Etwas lästig waren die vielen Moskitos, die sich nach einer ungewöhnlich langen Trockenzeit intensiv vermehrt hatten. In der Dämmerung ist daher lange und helle Kleidung und ein guter Insektenschutz empfehlenswert. Die Menschen sind sehr kontaktfreudig, freundlich und interessiert ohne aufdringlich zu sein und es gibt viele Möglichkeiten zu einem kleinen Plausch, auch wenn man sich an den starken Dialekt der Menschen erst gewöhnen muss. Die Bevölkerung besteht aus Nachfahren verschiedener Einwanderungsgruppen v.a. aus Afrika und Indien, die friedlich zusammenleben. Wenige kulturelle Überbleibsel der Amarindians aus der vorkolonialen Besiedelung haben wir auch erlebt. Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch einer Steelband bei einer Probe. Der vibrierende Klang der "Pans" und die mitreißende Musikalität der Bands ist ein Ausdruck des Lebensgefühles und nur live nachzuvollziehen. Eine andere volkstümliche Musikrichtung, die auf spanische Wurzeln zurückgeht, ist der Parang, den wir bei einer herrlichen privaten Vorführung in Lopinot, in einem idyllischen Bergdorf, erlebten. Unsere Jungs wurden dabei spontan zum Mitmachen animiert. Ein Erlebnis der besonderen Art ist die Eiablage der riesigen Lederrückenschildkröten im Osten von Trinidad. Die schweren Tiere schleppen sich nachts auf den Strand, graben ein tiefes Loch und legen ihre Eier in den Sand. Im Rahmen eines Schutzprojektes darf der gesperrte Strand mit speziell ausgebildeten Naturführern besucht werden und man kann die Schildkröten aus nächster Nähe beobachten. Wir hatten Glück, dass wir das Schlüpfen von jungen Schildkröten erlebten, die um ihr Leben laufen, um ins Meer zu gelangen. Unsere Guide Matthew hat wirklich alles getan, um uns jeden Wunsch von den Augen abzulesen und uns sein Land von der besten Seite zu zeigen. Altersunterschiede spielten dabei keine Rolle und so waren auch unsere Jungs hochzufrieden.
Nachdem wir nun etwas Karibikerfahrung gesammelt hatten, war es kein Problem auf der kleineren und ruhigeren Insel Tobago etwas selbstständiger zurechtzukommen. Familie Forde in unserem Guesthaouse war sehr hilfsbereit. Einen Leihwagen, den wir über sie bekamen, war sehr hilfreich und das Autofahren bei einer maximal erlaubten Geschwindigkeit von 50 km/h trotz Linksverkehr unproblematisch. Hier geht es noch gemächlicher zu als in Trinidad, auch wenn der Tourismus hier dank der Traumstrände eine etwas größere Bedeutung hat. Bettenburgen sind unbekannt und es gibt nur vereinzelt Hotels an den Stränden. Das Essen und die hygienischen Verhältnisse sind auf Trinidad und Tobago sehr gut und so blieben wir von den üblichen Darmverstimmungen verschont. Ein wunderbares Erlebnis war eine Bootstour mit Frankie Tours entlang der Nordküste. Unterwegs haben wir Fische gefangen, die wir bei einem abschließendem Barbecue serviert bekamen. Sie brachten uns zu den spektakulärsten Schnorchelbuchten mit einer Wunderwelt aus Korallen und bunten Fischen in geringer Tiefe. Eine Schnorchelausrüstung sollte man von zu Hause mitbringen, da viele Strände zum Schnorcheln einladen.
Ulrike, Frank, Niels und Martin Schubert, Kiel |
